Ernährung in der Schwangerschaft

Diskutiere Ernährung in der Schwangerschaft im Ernährung allgemein Forum im Bereich Fitness & Bodybuilding-Forum: Ernährung; Jeder kennt es. Nicht jeder mag es. Der Bluttest hat es bewiesen. Schwanger. Wenn raus kommt, daß die Frau schwanger ist entstehen oft eine Menge...

  1. #1 PerFormance, 25.07.2008
    PerFormance

    PerFormance Guest

    Jeder kennt es. Nicht jeder mag es. Der Bluttest hat es bewiesen. Schwanger. Wenn raus kommt, daß die Frau schwanger ist entstehen oft eine Menge Fragen oder/ und Probleme. Ernährung ist in der Schwangerschaft besonders wichtig, da sie sowohl die Nährstoffversorgung ihres Körpers als auch die Versorgung des Kindes gewährleisten müssen. Eine Schwangerschaft zieht eine Menge Veränderungen nach sich. Ein erhöhter Hormonhaushalt, Gefühlsschwankungen und ein unvermeidbarer steigender Bedarf an Nährstoffen sind die Folge. Sie werden sich ab nun mehr denn je auf ihren Körper konzentrieren müssen um ihre Heißhungerattacken in den Griff zu bekommen. In den nächsten neun Monaten werden sie lernen ihre morgendliche Übelkeit zu kontrollieren und die Veränderung für Körper und Geist zu akzeptieren.

    Physiologisch gesehen...
    Eine schwangerschaftsbedingte Gewichtszunahme von 9-15 kg sind auf Körperwasser, Gewicht des Föten, Fruchtwasser, Plazenta und einem vergrößertem Uteros zurückzuführen. Fettdepots (ca.: 1-2 kg) werden angelegt und während der Stillzeit mobilisiert. Infolge der erhöhten Hormonproduktion kann vorrübergehend Verstopfung (Obstipation) auftreten, im letzten Drittel der Schwangerschaft auch Sodbrennen, Übelkeit, Eisenamämie und Völlegefühl.

    Kohlenhydrate...
    Besonders im ersten Drittel der Schwangerschaft ist die Insulinproduktion erhöht.
    Insulin ist ein blutzuckersenkendes Hormon, weshalb es zu Unterzuckerungserscheinungen kommen kann. Um einen ausreichenden Blutzuckerstrom zu ermöglichen und Verdauungsstörungen zu vermeiden sollte man in erster Linie auf komplexe Kohlenhydrate (Kartoffeln, Obst, Gemüse, Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Vollkornreis) zurückgreifen.
    Komplexe bzw. langkettige Kohlenhydrate auf mehrere Mahlzeiten über den Tag verteilt (55%) sorgen dafür, daß der Blutzuckerspiegel langsam und kontinuierlich ansteigt.
    Ein hoher Anteil an Ballaststoffen lindert o. verhindert Verstopfungen, sollte allerdings mit mind. 2 Liter Flüssigkeit (Tag) zugeführt werden.
    Der Anteil an Süßigkeiten sollte 10% nicht überschreiten (ca.: 40g).

    Eiweiße...
    Der Aminosäurenbedarf bei Schwangeren ist erhöht, da alle nötigen Aminosäuren von der Plazenta dem Föten zugeführt werden. Es empfiehlt sich eine Zufuhr von 1,3g pro Kio Körpergewicht (78g Eiweiß bei einer 60 kg schweren Frau).
    Mit tierischem Protein sollte sparsam umgegangen werden. Tierisches Eiweiß ist hochwertiger als pflanzliches, aber führt meist auch einen höheren Fettgehalt mit sich. Die biologische Wertigkeit kann durch eine Kombination aus tierischem und pflanzlichem Eiweiß erhöht werden.

    Fette...
    Alle möglichen Fette (Fettfraktionen) sind um 50% erhöht, was einem Blutbild einer hochgradigen Fettstoffwechselstörung entspricht. Um dies zu unterbinden sollte man auf fettarme Lebensmittel umsteigen (z. B. magere Milch- und Käsesorten, mageres Fleisch).
    Wird der Energiebedarf durch eine höhere Fettzufuhr gedeckt, kann es zu Völlegefühl und Übelkeit führen.
    Schwangere Frauen sollten auf eine ausreichende Zufuhr an Linolsäure achten (Sonnenblumenöl=63%; Maiskeimöl=51%).
    Desweiteren kann man tierische Fette mit pflanzlichen Fetten reduzieren (Olivenöl, Rapsöl), mit positiven Wirkungen auf die Blutfette.

    Vitamine...
    Aufgrund der erhöhten Proteinzufuhr ist der Bedarf am Vitamin B-Komplex leicht angehoben (z. B. B6=63%). Außerdem ist die Vitamin A-Dosierung höher als bei Nichtschwangeren, wobei von einer Zunahme abgeraten wird (Gefahr von Missbildungen). Bei Provitamin A (Beta-Carotin) besteht keine Gefahr der Überdosierung (alle gelb-orangen Gemüse).
    Der Jodbedarf steigt (230µg) und sollte nicht unterschätzt werden, da es in der Regel zu einer Vergrößerung der Schilddrüse führt und so zu Müdigkeit und anderen Symptomen.
    Im letzten Drittel der Schwangerschaft steigt der Eisenbedarf infolge der Erhöhung des Blutvolumens bei nur geringer Zunahme der roten Blutkörperchen.

    Alkohol...
    Schon geringe Mengen an Alkohol können sich negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken (Fehlbildung an inneren Organen, Schädigung des ZNS, Wachstumsstörungen, Verminderung des Kopfumfanges, Veränderung der Schädelform, vermindertes Geburtsgewicht, mangelhafte Muskelentwicklung, typische Gesichtsveränderungen, geistige Entwicklungsverzögerung und Verhaltensstörungen) oder sich erst im Schulalter bemerkbar machen (gesteigerte Unruhe, Konzentrationsschwäche).

    Koffein...
    Hier sind die Auswirkung noch in den Diskussionsschuhen, aber vermutet werden:
    Niedrige Gebursgewichte, Wachstumsverzögerung im Uterus und eine höhere Anzahl an Fehlgeburten.

    Ernährungstipps:
    Übelkeit am Morgen
    Eine kleine Mahlzeit vor dem Aufstehen (Zwieback, trockenes Brot o. Tee haben sich bewährt) und mehrere kleine Mahlzeiten am Tag lindern die Beschwerden.

    Heißhunger
    Es kommt häufig zu einem starken Abfall des Blutzuckerspiegels (gesteigerte Insulinproduktion) und damit zu Heißhunger. Mit mehreren kleinen Mahlzeiten kann man dies unterbinden.

    Wadenkrämpfe
    Hier sollte ein Magnesium-Präparat Abhilfe schaffen.

    Sodbrennen
    Legen sie sich nach dem Essen nicht flach, sondern schlafen sie leicht erhöht. Trinken sie Kamillentee, Fencheltee oder Kümmeltee (kein Pfefferminztee).
    Mandeln und Nüsse könnnen die Schmerzen lindern.

    Verstopfung
    Der Zuwachs an weiblichen Geschlechtshormonen verlangsamt auch die Darmtätigkeit. Eine ballaststoffreiche Kost und viel Flüssigkeit ermöglicht die Quellung im Darm.
    Fenchel, Kümmel und Anis helfen bei der Verdauung, aber auch Feigen und Pflaumen sind ein bewährtes Mittel.
     
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  3. Tenshi

    Tenshi Erfahrener Benutzer
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    Der wohl wichtigste Punkt (Folsäure) fehlt.
    Auf Koffein sollte man, wenn überhaupt, nur im letzten Drittel verzichten. Datenlage ist da aber in der Tat recht unklar
     
  4. #3 PerFormance, 27.07.2008
    PerFormance

    PerFormance Guest

    Folatversorgung in der Schwangerschaft

    Auf die Anfrage hin habe ich einen neuen Beitrag reingestellt, der sich nur mit dem Thema Folsäurezufuhr in der Schwangerschaft widmet. Aber Kritik ist immer gut. Solange er sich in Grenzen hält. :]
     
Thema: Ernährung in der Schwangerschaft
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