Extrem langsame Gewichtsabnahme

Diskutiere Extrem langsame Gewichtsabnahme im Fitness, Wellness und Gesundheit Forum im Bereich Fitness & Bodybuilding-Forum: Training; Liebe Fitness-Gemeinde, habe mich hier schon durch einige Threads durchgelesen und festgestellt, dass man hier den einen oder anderen wirklich...

  1. #1 blondeulli, 10.06.2012
    blondeulli

    blondeulli Benutzer

    Dabei seit:
    07.06.2012
    Beiträge:
    33
    Zustimmungen:
    0
    Liebe Fitness-Gemeinde,

    habe mich hier schon durch einige Threads durchgelesen und festgestellt, dass man hier den einen oder anderen wirklich sehr guten Tipp bekommt. :)
    Deshalb hoffe ich nun auch von euch auf ein paar Ratschläge. Ich würde euch gerne dafür meine Ausgangssituation so genau wie möglich beschreiben, damit ihr eine Vorstellung davon habt, was mein Ziel ist:

    Ich bin weiblich, 53 Jahre alt, 1,76 m groß und wiege z.Zt. 80 kg, Körperfettanteil im Studio gemessen 33 %, auf der Waage zu Hause 28 %

    Bis vor ca. 6 Jahren wog ich konstant ca. 70 kg, konnte essen was ich wollte und habe mich nach Lust und Laune bewegt, im Sommer mehr, im Winter weniger. Plötzlich begann ich aber zuzunehmen und hatte vor ca. einem Jahr mein max. Gewicht von ca. 85 kg erreicht. Da ich mich nicht mehr wohl fühlte mit dem Übergewicht, habe ich mit Fitness-Studio und Nordik-Walking sowie Yoga begonnen und konnte mein Gewicht auf ca. 78 kg reduzieren. Im Oktober letzten Jahres habe ich eine neue Arbeitsstelle angetreten und muss seitdem von Mo bis Fr bis 18 Uhr arbeiten. Dadurch meinte ich, nicht mehr ins Fitness-Studio gehen zu können und habe seither wieder bis auf ca. 82 kg zugenommen.

    Seit ca. 3 Monaten betreibe ich wieder 3 x wöchtentl. eine halbe Stunde Nordic-Walking sowie einmal wöchentl. 1 Std Yoga und habe vor ca. 3 Wochen meine Ernährung auf weniger KH umgestellt. Seit letzter Woche Mittwoch traniniere ich dreimal wöchentl. im Fitness-Studio wie folgt:

    Rücken, Beine, Arme, Brust und Bauch 15 Wiederholungen x 3 Sätze
    vorher 10 Min. aufwärmen auf dem Fahrrad
    sowie anschließend 30 Min. Ausdauer auf dem Fahrrad

    dazu Nordic Walking nur noch einmal wöchentl. ca. 90 Min., Yoga habe ich aufgegeben

    Meine Ernährung sieht wie folgt aus:

    Mo-Fr: Frühstück 250 gr. Yoghurt 3,5 % mit Obst (halbe Banane, halber Apfel oder Tiefkühlobst), 1 Eßl. Haferflocken, 1 Eßl. Honig, 1 Eßl. Haselnüsse,
    dazu halbes Glas Orangensaft

    mittags 200 ml Dosensuppe Linsen oder Tomaten, dazu 2 Scheiben Knäckebrot mit Butter und Putenbrustaufschnitt,
    oder Salat mit Putenbrust und Ei, oder Thunfisch/Champignon/Artischockensalat mit Yoghurt-Dressing

    abends 200 gr. Hüttenkäse mit Tomate/Paprika oder gem. Salat mit Putenbrust und Ei, oder Pfannengemüse mit Putenbrust und Ei

    zwischen den Hauptmahlzeiten esse ich eine Handvoll Nüsse und 150 gr Yoghurt 3,5 % oder ein paar Erdbeeren oder anderes Obst

    Trinken: 4 Tassen Kaffee mit Magermilch und 1 Stück Zucker, 1 Liter Wasser mit wenig Apfelsaft, an Trainingstagen 1,5 Liter

    Sa. und So. esse ich, worauf ich Lust habe, auch mal Nudeln oder Ebly oder eine Tiefkühlpizza, gerne auch mal ein Stück Kuchen/Torte, zum Frühstück immer ein Vollkornbrötchen mit magerem Schinken/Käse und mal einer Eszet-Schnitte, darunter Butter.

    Leider habe ich in den letzten drei Monaten nur ca. 2 kg abgenommen, das finde ich zu wenig und ich würde gerne vor allem meinen Körperfettanteil drastisch reduzieren, obwohl mein Trainer im Fitness-Studio meint, der wäre normal (???).

    Ich würde mich echt freuen, wenn ihr mir aus eurer Erfahrung heraus ein paar Tipps geben könntet, was ich an meinem Training bzw. an meiner Ernährung ändern/verbessern kann, damit ich mal etwas schneller abnehme.

    Mein Ziel ist es, bis Weihnachten dieses Jahres wieder 70 kg erreicht zu haben, das erscheint mir realistisch.

    Ich danke euch schon mal im Voraus für eure Mühe!

    LG
    Ulli
     
  2. Anzeige

  3. #2 BleedingBeast, 10.06.2012
    BleedingBeast

    BleedingBeast Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    25.05.2012
    Beiträge:
    280
    Zustimmungen:
    0
    Wenn du 500g pro Woche abnimmst, hast du in 20 Wochen, also ca. 5 Monaten 10kg runter. Klingt realistisch. Ist aber mit Aufwänden verbunden. Daß du das Yoga aufgegeben hast ist schade. Yoga ist sehr wertvoll. Ich mach momentan auch nur zu Hause Yoga :-(.

    Ich geh' ein bischen auf deine Ernährung ein, da ich denke, das ist ein wichtiger Punkt. Falls dir das Training zu viel ist (von der Dauer her oder ähnliches), da kann man auch noch was drehen.

    Bei der Ernährung solltest du trotz deines Abnehmwillens keine Extreme fahren oder versuchen, möglichst schnell möglichst viel abzunehmen. Bedenke, es hat auch etwas gedauert, bis du 85 Kilo zusammen hattest (vermutlich durch eine Veränderung im Hormonhaushalt hervorgerufen). 2 kg in 3 Monaten sind erstmal nicht sehr viel. Aber du tust dich nachweislich schwerer mit dem Fettverlust. Du bist eine Frau und diese haben von Natur aus tendenziell einen höheren Fettanteil als Männer. Es kann also gut sein, daß du vom Fettanteil gar nicht so weit von Standardwerten entfernt bist (Spiegelblick gibt in der Regel eine gute Auskunft). Und du bist etwas älter. Das sollen aber jetzt keine Ausreden oder Beschönigungen sein. Es soll nur klarmachen: 2 kg in 3 Monaten sind ok. Klar gibt es bessere Werte, aber zumindest hast du nicht zugenommen oder stagnierst. Ein weiterer Punkt ist: Krafttraining baut das Muskelgewebe auf und Muskeln sind auf dasselbe Volumen ein Stück schwerer. Es kann also sein, daß es erstmal langsamer mit dem Gewichtsverlust einhergeht, der Fettverlust aber dennoch stattfindet (Spiegelblick, Maßband, alte Kleidungsstücke anprobieren).

    Achso, ich wollte auf dein Beispiel eingehen. Abnehmen hat schon was mit einem Kaloriendefizit zu tun. Hast du ein Defizit? Und wenn ja, wieviel? Ein Defizit von 200-300kcal pro Tag ist ideal. Mach dir einen Mahlzeitenplan und rechne die Kalorien aus. Richte dich größtenteils nach dem Plan, vor allem, was die Mengen betrifft. Wiege dich nach einer Woche. Nimmst du ab (500-1000g), passt dein Plan. Stagnierst du, nimm nochmal 100kcal weg. Aber auch, wenn du zuviel abnimmst, solltest du im Gegenzug 100kcal draufpacken. Wenn du ein paar Kilo weg hast, musst du den Mahlzeitenplan anpassen. Du kannst dir auch für mehrere Wochen unterschiedliche Mahlzeitenpläne erstellen, so daß es dir nicht langweilig wird.

    Zum Frühstück: Orangensaft weglassen, Joghurt mit Obst oder mit Nüssen essen. Honig nur von Zeit zu Zeit (vielleicht am Wochenende). Was statt frischem Obst auch geht und den Charakter von Eis entwickelt: Joghurt mit tiefgefrorenen Beeren (z.B. Himbeeren). Beeren haben weniger Fruchtzucker, mehr Vitamine und tragen nicht so dick auf im Vergleich.

    Zum Mittag: Tütensuppe hört sich nicht so prickelnd an, aber der Rest ist ok ;-).

    Die Snacks passen auch soweit, bis auf die Tatsache, daß du Obst etwas zugunsten von Gemüse reduzieren solltest. Kaffee mit fetter Milch oder Sahne ist ok, aber den Zucker rauslassen (ist ein Gewöhnungseffekt, ich trinke Tee und Kaffee immer ohne Zucker). "Wenig Apfelsaft" ist ein dehnbarer Begriff, ggf. würde ich den ganz weglassen und durch ungesüssten Tee ersetzen (Früchtetee, Grüntee etc.).

    Der Großteil, der deine Erfolge wahrscheinlich sehr mindert, liegt an deinem Wochenendverhalten (willkommen im meiner Welt ;-). Du solltest von den beiden Tagen einen für Ausnahmen aussuchen und auch an diesem Tag nicht beliebig viel essen. Leichter kann dir das dadurch fallen, wenn du Krafttraining betreibst (das mit der Zeit intensiver werden sollte) und im Anschluß eine Mahlzeit mit gesunder Mischkost (Eiweiß und ja, auch Kohlenhydrate wie Nudeln, Reis, Kartoffeln etc.) zu dir nimmst.

    Laß uns quatschen.

    Viele Grüße,
    Thomas
     
  4. #3 blondeulli, 10.06.2012
    blondeulli

    blondeulli Benutzer

    Dabei seit:
    07.06.2012
    Beiträge:
    33
    Zustimmungen:
    0
    Hallo Thomas,

    vielen Dank erstmal für deine sehr ausführliche Antwort.

    Tja, mit dem Kalorienzählen das ist für mich so eine Sache... Ich HASSE es, Kalorien zu zählen und war bisher immer der Meinung, wenn ich mich hauptsächlich mit Obst/Gemüse, magerem Fleisch, Fisch und Eiern ernähre (zumindest in der Woche ;-)), kann ich gar nicht zuviel Kalorien zu mir nehmen. Ob ich ein Defizit habe, weiß ich nicht, ich habe das noch nie kontrolliert und weiß auch nicht recht, wie ich das anstellen soll. Wahrscheinlich muss ich mir die Kalorien der einzelnen Lebensmittel, die ich esse, aus dem Internet raussuchen und mal zusammenzählen. Sicher finde ich auch im Internet, wieviel Kalorien ich am Tag verbrauche.

    Es freut mich ja, dass du der Meinung bist, dass eine Gewichtsabnahme von 2 kg in Ordnung ist. Dann meinst du, brauche ich nicht aufzugeben, auch wenn es so langsam geht? Also 300 bis 500 Gramm in der Woche fände ich schon besser. Zur Zeit habe ich in der einen Woche mal 800 Gramm weniger und in der nächsten 600 Gramm wieder drauf. Es ist keine ständige Abnahme zu erkennen, wobei langfristig schon eine gewisse Tendenz zur Abnahme da ist.

    Mit der Trainingshäufigkeit bin ich im Moment schon zufrieden, ich muss halt Prioritäten setzen und meine Gewichtsabnahme hat eben jetzt Priorität für mich. Aber wenn du Tipps für mich hast, wie ich mit weniger Zeit den gleichen Effekt erzielen kann: immer her damit, ich bin dir dankbar!

    Im Spiegel - meine ich - schon eine Veränderung erkennen zu können und auch die Hosen sitzen etwas lockerer. Außerdem haben mich schon Bekannte angesprochen, die mich länger nicht gesehen hatten, ob ich abgenommen hätte :eek: Selber fällt mir das gar nicht so auf, aber anderen anscheinend schon und das ist natürlich eine schöne Bestätigung! Mit dem Maßband habe ich gerade erst angefangen, sodass ich dazu noch nicht sagen kann, ob sich was verändert hat. Zudem ich das Gefühl habe, dass sich meine Zunahme nur auf die Hüften und den Bauch verteilt, sonst bin ich nämlich recht schlank, wie man so schön sagt: ich habe keinen "A.... in der Hose" ;) Mein Trainer meinte aber, dass man nie an bestimmten Körperstellen abnimmt, sondern immer am ganzen Körper - leider -.

    Ach, mit fällt noch eine Frage ein: Mein Trainer meinte, ich sollte vor oder während des Trainings eine Banane essen, damit ich für das Training genug KH zu mir nehme. Stimmst du dem zu oder kann ich mir die Kalorien sparen?

    Am Wochenende mache ich kein Krafttraining, da mein Fitness-Studio bei meiner Arbeitsstelle in einer anderen Stadt liegt und ich es zu aufwändig finde, dafür erst dort hin zu fahren. Deshalb mache ich meistens sonntags ca. 1 1/2 Stunden Nordic Walking als Ausdauereinheit. Was meinst du soll ich am besten danach essen?

    Aber auch an den Wochenenden schaue ich schon, welche Mengen an Essen ich zu mir nehme. Nur esse ich dann auch schon mal etwas "ungesünder", d.h. selten mal eine Tiefkühlpizza, mal Kuchen oder Torte oder abends (weil ich am WE immer abends koche) Kohlenhydrate in Form von Nudeln, Ebly oder Kartoffeln. Das muss ich aber auch, denn verzichten will ich darauf nicht, ich mache ja keine Diät (ich HASSE Diäten ;)), will meine Ernährung nur dauerhaft auf "schlank" umstellen.

    So, ich hoffe, ich habe dir noch mehr Input über mich gegeben und bin gespannt auf deine Meinung!

    LG
    Ulli
     
  5. #4 BleedingBeast, 11.06.2012
    BleedingBeast

    BleedingBeast Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    25.05.2012
    Beiträge:
    280
    Zustimmungen:
    0
    Hallo Ulli,

    bin grad in der Arbeit (pscht). Ich gehe heute abend noch genauer auf deinen letzten Post ein. Versprochen.

    Viele Grüße,
    Thomas
     
  6. #5 blondeulli, 11.06.2012
    blondeulli

    blondeulli Benutzer

    Dabei seit:
    07.06.2012
    Beiträge:
    33
    Zustimmungen:
    0
    Dann wünsche ich dir einen schönen Tag!

    Bis heute Abend.

    LG
    Ulli :D
     
  7. #6 BleedingBeast, 11.06.2012
    BleedingBeast

    BleedingBeast Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    25.05.2012
    Beiträge:
    280
    Zustimmungen:
    0
    Hallo Ulli,

    alsooo ... ich mag Kalorienzählen auch nicht. Aber du siehst selbst an deinen Aussagen "hauptsächlich..." und "zumindest in der Woche", daß da Lücken im Konzept sind.

    Kalorienzählen ist doof. Seine hart erarbeiteten Erfolge vor allem am Wochenende wieder komplett zu demontieren ist auch doof. ;-)

    Wie gesagt, ich wiederhole das zur Sicherheit nochmal: Wenn du mittelfristig dein Ziel mit deinen bisherigen Tätigkeiten erreichst, ist das eine prima Sache und absolut eine Möglichkeit. Gedanken zu Änderungen solltest du dir dann machen, wenn du für ca. 3 Wochen mit dem Gewicht stagnierst. Das müssen dann auch keine "großen" Änderungen sein. Einer der Gründe dafür ist die Nachvollziehbarkeit und die Meßbarkeit.

    Der Vorschlag, den ich anbringe, ist relativ pflegeleicht (und nichtmal von mir erfunden ;-): Benutze Kalorientabelle, kostenloses Ernährungstagebuch, Lebensmittel Datenbank - Fddb (kostenlos, ich hab's auch schon verwendet), um für eine bis zwei Wochen möglichst zeitnah alle Lebensmittel einzugeben und du wirst ein Gefühl dafür bekommen, wieviel du isst. Genialerweise wird da gleich dein täglicher Bedarf angezeigt.

    Ansonsten kannst du näherungsweise ganz einfach deinen Grundbedarf ermitteln: Körpergewicht in Kilogramm mal 24. Das (ver)brauchst du in etwa an Kilokalorien, wenn du nur rumliegst. Je nach Tätigkeit kannst du diesen Wert mit einem Faktor von 1,2 bis 1,6 (oder auch höher, wenn du SEHR schwer arbeitest oder wirklich SEHR OFT SEHR VIEL trainierst). Für einen typischen Bürojob würde ich jetzt mal 1,2 nehmen.

    Also: 85 kg * 24 = (moment, Taschenrechner) = 2040 kcal. Setzen wir gleich die Bürotätigkeit an: 2040 * 1,2 = 2448 kcal (Klar, in Physik würde ich glatt durchfallen, weil auf der einen Seite kg steht und auf der anderen plötzlich kcal ;-). Ok, du hast einen Grundumsatz+Arbeitsumsatz von 2448 kcal. Dazu käme an Trainingstagen noch der außerordentliche Leistungsumsatz. Je nach Intensität würde ich dafür pro Stunde 300-500 kcal ansetzen (es gibt auch viele Daten dazu im Internet).

    So würdest du an Trainingstagen ca. 2748 kcal verbrauchen, an Nichttrainingstagen ca. 2448 kcal. Was sagt uns das? Erstmal nix. Man muß dazu sagen, bei all diesen Angaben handelt es sich stets (!) um Näherungswerte. Das gilt auch, wenn du noch so akribisch wirklich alles, was du isst akribisch und auch mengenmäßig richtig erfasst. In der Praxis schummelt man nämlich nicht selten (unbewusst natürlich) um die 10%. Wofür also, wenn das ganze eh ziemlich ungenau ist?

    Zur Orientierung. Als Richtlinie für deine eigenen Erfahrungen. Klasssich geht man davon aus, daß ein Kaloriendefizit eine Abnahme des Körpergewichts (und des Fetts mehr oder weniger) bewirkt. Vereinfacht dargestellt passt das. Etwas komplizierter wird es z.B. durch die Anpassung des Stoffwechsels, den momentanen Lebensumständen, den Umgebungseinflüssen etc. Wenn du z.B. längere Zeit ein eher großes Kaloriendefizit fährst (also zu wenig isst), schaltet dein Stoffwechsel einen Gang runter und versucht, deinen Körper durch Fetthorten am Leben zu erhalten. Und das klappt ziemlich gut!

    Von daher ist es schonmal kein schlechter Ansatz, ein paar Tage weniger zu essen und dann an einem Tag wieder etwas mehr (eine Art "Refeed", es wird viel darüber gesprochen, du betreibst es selbst, aber gleich zwei Tage hintereinander).

    Das Defizit sollte höchstens bis 500 kcal gehen. Und das ist pro Tag schon ein grosser Wert. Besser sind kleinere Werte. Vielleicht von 100-300 kcal. Je nach Situation. Hier kommen deine Erfahrungen dann ins Spiel, um entsprechend steuern zu können.

    In etwa läuft es so: Du schreibst für zwei Wochen auf, was du isst (lückenlos in fddb.info). Es folgt ein AHA-Effekt und du siehst, ob du die Woche eher drüber oder drunter bist (Grundumsatz+Arbeitsumsatz+ggf. Leistungsumsatz).

    Für den Anfang würde ich vorschlagen, du nimmst nach den zwei Wochen die 2448 kcal an Nichttrainingstagen und 2748 kcal an Trainingstagen und ziehst an sechs Tagen je 200 kcal ab. Am siebten Tag isst du mehr und schiebst zu deinem Umsatz noch 500 kcal dazu. Dann hast du sieben Kalorienzahlen die ganze Woche durch. Jetzt gehst du her und stellst Mahlzeiten (und Snacks etc.) zusammen und bildest diese Zahlen nach. Ist etwas Arbeit, aber du musst es vorerst nur einmal machen und kannst dann nach diesen Mahlzeitenplänen vorgehen. Du solltest dich aber auch daran halten.

    Wichtig ist hier auch, daß du ca. 1,5g * Körpergewicht an Eiweiß zuführst (in Form von Fleisch, Eiern, Fisch, Milchprodukte, Whey etc.). Also in deinem Fall wären das um die 127g. Nimm 120g ;-). Den Wert erreichst du in der Regel recht bequem (auch ein Grund, sich mit fddb etwas zu befassen).

    Wenn du dich eine Woche nach einem deiner Mahlzeitenpläne gerichtet hast, siehst du das Ergebnis auf der Waage (auch im Spiegel etc.). Hast du bis zu einem Kilo abgenommen (was schon sehr viel ist), passt es. Hast du mehr abgenommen, solltest du die Kalorien im Mahlzeitenplan etwas nach oben setzen (sprich mehr essen). Hast du zugelegt, ist entweder deine Berechung falsch oder du hast geschummelt. In beiden Fällen solltest du daher etwas weniger nehmen.

    Das gute: Du kannst im großen und ganzen weiterhin das essen, was dir schmeckt (Gemüse und andere gesunde Lebensmittel sollten aber im Vordergrund stehen) und nimmst trotzdem ab. Ein wichtiger Punkt ist es aber, sich nach seinen Plänen zu richten. Es ist kein Drama, wenn man mal davon abweicht. Aber je mehr man abweicht, desto mehr verfälscht man seine Ergebnisse. Und wie gesagt, du kannst die Mahlzeiten und Lebensmittel in diesen Plänen nach deinen Vorstellungen variieren. (Achte aber auf genügend Eiweiß und Gemüse und Vielfalt).

    Dein Trainer hat natürlich recht, wenn er meint, es gäbe keine lokale Fettverbrennung. Das IST so. Aber während des Trainings brauchst du keine Banane essen. Es sei denn, du fallst vor Hunger fast um oder bist zu schlapp (kann aber dann auch andere Gründe haben, z.B. Erkältung etc.). Ansonsten würde ich VOR dem Training nicht viel essen. Es hängt davon ab, wie du dich fühlst. Aber als Richtlinie solltest du bei einer größeren Mahlzeit etwa 3-4 Stunden Abstand zum Training halten. Eine kleinere Mahlzeit wie ein Joghurt mit einem Apfel ca. 1-2 Stunden Abstand. Das sind Sachen, die du auch für dich rausfinden kannst. Aber generell hast du mit deinem Wunsch, abzunehmen VOR dem Training keinen erhöhten Bedarf an Nährstoffen. Während des Trainings mineralstoffreiches Wasser trinken ist eh klar. NACH dem Training hast du einen erhöhten Bedarf, den du mit einer "normalen" Mahlzeit (Mischkost, Kohlenhydrate unbedingt auch rein!) abdecken kannst. So einfach ist das. Alles andere ist Beiwerk und nicht unbedingt notwendig.

    Bedenke aber, jeder Mensch ist verschieden. Höre auf deinen gesunden Menschenverstand. Kläre Unstimmigkeiten mit deinen Leuten vor Ort (Trainer, Arzt etc.) und frag ruhig einmal zuviel nach als zu wenig.

    Dein Programm würde ich erstmal für 4-6 Wochen durchziehen. Du hast ja gerade erst angefangen, da muß man nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen. Deine Gelenke etc. müssen sich auch erstmal an die Belastungen gewöhnen.

    Und wenn's dann weiteren Erklärungsbedarf gibt, frag ruhig hier nach (oder als Kommentar in meinem Blog bleedingbeast.blogspot.com). Wenn ich's weiß, sage ich's dir. Wenn nicht, dann auch ;-).

    Viel Erfolg,
    Thomas
     
  8. #7 blondeulli, 11.06.2012
    blondeulli

    blondeulli Benutzer

    Dabei seit:
    07.06.2012
    Beiträge:
    33
    Zustimmungen:
    0
    Lieber Thomas,

    ich finde es wirklich beachtlich, mit wieviel Mühe und Akribie du deine Antworten hier gibst! Meine Hochachtung und vielen, vielen Dank dafür.

    Ich habe heute mal anhand einer Kalorientabelle aus dem Internet meine Lebensmittel zusammengerechnet die ich gegessen habe, zusammen gerechnet und bin auf einen Wert von ca. 1900 Kcal gekommen. Wenn du sagst, mein Kalorienbedarf OHNE Sport liegt bei ca. 2.400, esse ich ja eigentlich zu wenig, oder? Das Defizit sollte ja bei ca. 300 Kalorien liegen, dann wäre ich bei 2.100 Kalorien. Aber heute ist ja erst der erste Tag meiner "Buchführung" und ich werde das jetzt mal die nächsten 14 Tage machen.

    Habe ich das denn richtig verstanden, dass ich dann an den Tagen, an denen ich trainiere, 2.700 minus 300 also 2.400 Kalorien zu mir nehmen soll? Soviel kann ich doch mit gesunden Nahrungsmitteln gar nicht essen, da bin ich ja pappsatt ;-) Aber freuen würde es mich schon (vorausgesetzt, ich habe das richtig verstanden), dann muss ich nicht so aufpassen und kann auch mal schon was essen, BEVOR der große Hunger kommt *freu*.

    Was ich dich noch fragen wollte: Mir ist heute im Studio aufgefallen, dass manche Leute (Männer sowie Frauen) ganz anders an den Maschinen trainieren, als ich. Ich muss langsame, kontrollierte Bewegungen machen. Diese Leute machen kurze, schnelle Bewegungen und dementsprechend viele hintereinander. Ist das eine andere Form des Trainings oder machen die es schlicht falsch?

    Und nochmal zu den Kohlenhydraten: Zur Zeit esse ich sehr Kohlenhydrat reduziert, abends gar keine KH, das hat mir mein Trainer "verboten", wenn ich abnehmen will. Da ich aber immer erst abends zum Training gehen kann (nach 18 Uhr) esse ich zur Zeit danach auch nur eine Eiweißmahlzeit. Darf und sollte ich an meinen Trainingstagen dann nach dem Training KH essen (vielleicht ein kleines Vollkornbrötchen oder ähnliches)? Auch wenn das nach 18 Uhr ist? Das wäre klasse, ich mag sehr gerne Brot und Brötchen und ein wenig fehlt mir das schon.

    Also, lieber Thomas, ich hoffe, ich habe dich nicht zu sehr mit meinen Fragen "gelöchert". Kann auch sein, dass mir das eine oder andere noch einfällt...;-)

    Danke dir nochmal sehr für deine ausführlichen Antworten!

    Ganz liebe Grüße
    Ulli
     
  9. #8 BleedingBeast, 12.06.2012
    BleedingBeast

    BleedingBeast Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    25.05.2012
    Beiträge:
    280
    Zustimmungen:
    0
    Liebe Ulli,

    danke für das Lob, tut gut! Mit deinen Angaben wärst du gerade noch so im Rahmen. Das ist aber nur ein Tag und es kann sein, daß du etwas übersehen hast. Auch wenn nicht, ist eine Woche aufschlußreicher. Reinzwingen solltest du dir nichts.

    Das mit den 2400 kcal an Trainingstagen stimmt. Dafür strengst du dich im Training auch schön an, ja? ;-) Aber nicht übertreiben! Es ist sogar sehr wichtig, über den Tag verteilt zu essen, um einen GROSSEN Hunger (Heißhunger etc.) zu vermeiden. Denn bei Heißhunger ist man oft das falsche zuviel..

    Das wichtigste auch beim Krafttraining ist die Technik. Dann kommt die Technik. Und ... ja genau, die Technik. Die Bewegungsgeschwindigkeit kann unterschiedlich ausfallen. Anfangs ist es nicht verkehrt, eher langsam an die Sache ranzugehen, denn in der Hektik könnte schnell die Technik schlampig werden. Es gibt hierüber viele Konzepte mit unterschiedlichen Kadenzen. Die Abwärtsbewegung, die Aufwärtsbewegung und die beiden möglichen Endkontraktionen werden teilweise unterschiedlich gehandhabt. Das ist aber für den Anfang nicht so wichtig. Wichtig sind stets kontrollierte und sauber ausgeführte Bewegungen. Diese können langsam oder schnell oder alles dazwischen sein. Ich persönlich würde den Bewegungsablauf nicht künstlich verlangsamen, aber es gibt durchaus Trainer, die dies so haben möchten.

    Das Verbot von Kohlenhydraten nach 18 Uhr an Trainingstagen ist meiner Meinung nach Quatsch. Gerade nach dem Training möchten die Muskelspeicher wieder aufgefüllt werden. Wenn du dich an MEINE (;-) Vorgabe mit den Mahlzeitenplänen hältst, sind es schlicht berücksichtigte Kalorien. Da spielt es dann auch eine untergeordnete Rolle, ob diese aus Kohlenhydraten oder Eiweißen oder gar Fett bestehen (natürlich nicht ausschließlich). Was soll das für einen Sinn haben, wenn du dich unnötig geisselst? Ich kenne low carb und seine Vertreter recht gut, es ist auch eine Möglichkeit. Aber letzten Endes gelten die einfachen Physikregeln, der Verbrauch ist das i-Tüpfelchen. Kurzform: Wenn Mahlzeitenpläne (mit ausreichend Eiweiß und Gemüse), dann auch Kohlenhydrate nach 18 Uhr. Besonders an Trainingstagen. An Nichttrainingstagen kannst du diese ja weglassen.

    Schlecht wäre es natürlich dann wenn du mehr Kohlenhydrate UND mehr Kalorien zu dir nimmst. Das ist klar. Aber ansonsten geht das Konzept wunderbar auf (wenn man sich daran hält, ist klar).

    Ich beanworte gerne deine Fragen, sonst würde ich nichts schreiben. Frag' ruhig ;-).

    Liebe Grüße,
    Thomas
     
  10. #9 blondeulli, 12.06.2012
    blondeulli

    blondeulli Benutzer

    Dabei seit:
    07.06.2012
    Beiträge:
    33
    Zustimmungen:
    0
    Hallo Thomas,

    habe heute Morgen mal ein bisschen auf der Seite fbbd.info gestöbert, gefällt mir recht gut und wenn man sich einmal zurechtgefunden hat, auch recht simpel.

    Was mich nur stutzig macht: Laut fbbd liegt mein täglicher Kalorienbedarf, auch wenn ich mehrmals die Woche Sport treibe, bei 2042 Kcal. Das ist doch entschieden weniger, als wir ausgerechnet hatten. Woran sollte ich mich denn jetzt am besten orientieren? 700 bzw. 400 Kalorien mehr oder weniger am Tag machen ja doch schon was aus ;-).

    Liebe Grüße
    Ulli
     
  11. #10 BleedingBeast, 12.06.2012
    BleedingBeast

    BleedingBeast Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    25.05.2012
    Beiträge:
    280
    Zustimmungen:
    0
    Ggf. wurde das Alter und deine Aktivität mit eingerechnet. Bei mir erscheint bei der Eingabe von 85 kg 2400. Nimm 2400 für die erste Woche. Sollte das für dich zuviel sein (Gewicht geht rauf, du kannst gar nicht soviel essen), geh die nächste Woche 100 kcal runter. Nicht verrückt machen lassen, sind nur Orientierungswerte.
     
  12. #11 blondeulli, 12.06.2012
    blondeulli

    blondeulli Benutzer

    Dabei seit:
    07.06.2012
    Beiträge:
    33
    Zustimmungen:
    0
    Ok, mach ich so!

    Ich berichte, wie es mir ergangen ist ;-)


    Liebe Grüße
    Ulli
     
  13. #12 blondeulli, 17.06.2012
    blondeulli

    blondeulli Benutzer

    Dabei seit:
    07.06.2012
    Beiträge:
    33
    Zustimmungen:
    0
    Für alle, die es interessiert:

    Wollte mal einen Zischenstand mitteilen: 1 kg in der letzten Woche abgenommen! :D Dreimal Fitness-Studio und einmal 70 Min. Nordic Walking... Dazu KH-armes Essen... Das scheint zu wirken! Und der Sport macht mir einen heiden Spaß :p

    So wird es was! :D
     
  14. Anzeige

  15. #13 BleedingBeast, 17.06.2012
    BleedingBeast

    BleedingBeast Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    25.05.2012
    Beiträge:
    280
    Zustimmungen:
    0
    Freut mich sehr! Bleib dran und hab Spaß!
     
  16. #14 blondeulli, 17.06.2012
    blondeulli

    blondeulli Benutzer

    Dabei seit:
    07.06.2012
    Beiträge:
    33
    Zustimmungen:
    0
    Danke Thomas, Spaß habe ich bestimmt!

    Nicht zuletzt durch deine Tipps habe ich nicht aufgegeben und bin motiviert wie nie! :sing
     
Thema: Extrem langsame Gewichtsabnahme
Besucher kamen mit folgenden Suchen
  1. sehr langsame abnahme

    ,
  2. langsame gewichtsabnahme

    ,
  3. sehr langsame gewichtsabnahme

    ,
  4. langsame abnahme,
  5. vorteile beim langsamen Gewichtsverlust bodybuilding forum,
  6. extrem langsame gewichtsabnahme,
  7. was ist wichtiger beim krafttraining tut oder kadenz,
  8. sehr langsamer gewichtsverlust,
  9. erst langsamer gewichtsverlust ,
  10. keine gewichtsabnahme wegen refeed,
  11. langsamer gewichtsverlust bodybuilding,
  12. keine abnahme durch refeed-tag,
  13. extrem langsame abnahme,
  14. zwei refeedtage hintereiander ,
  15. zu grosses kaloriendefizit Stoffwechsel refeed,
  16. 2 refeed tage hintereinander,
  17. extreme langsamkeit,
  18. meine abnahme geht schrecklich langsam,
  19. hilft kalorien zählen bei abnahme,
  20. ernährungstagebuch für zuhause zum herauslassen,
  21. langsame abnahme muskelaufbau,
  22. bin weiblich 49 und wiege bei 1 70m 80 kg,
  23. was ist langsame gewichtsabnahme,
  24. keine gewichtsabnahme maßband,
  25. kalorien zählen extrem langsam
Die Seite wird geladen...

Extrem langsame Gewichtsabnahme - Ähnliche Themen

  1. Extrem Diät? Meinungen?

    Extrem Diät? Meinungen?: Hey Leute. Ich habe ein paar Kilo Körperfett zu viel. Möchte 4kg weg haben. Da ich aber eigentlich im Aufbau bin möchte ich die Diät so schnell...
  2. Trizeps extrem dünn, ändert sich das durch Training?

    Trizeps extrem dünn, ändert sich das durch Training?: Hi, ich bin 18, 193cm groß und wiege 70kg (ist nicht viel) ich bin vom Körpertyp eher schlank, deswegen sehe ich mit denn nur 70kg allgemein...
  3. Gesundheit- Extreme Magenschmerzen nach Ausdauerbelastung

    Gesundheit- Extreme Magenschmerzen nach Ausdauerbelastung: Hallo, seit einiger Zeit, genauer gesagt, seitdem ich angefangen habe Fußball im Verein zu spielen (ca. 2-3) Monate, habe ich bei Fußballspielen...
  4. Selfmade Weight-Gainer für wenig Geld und extrem nahrhaft!

    Selfmade Weight-Gainer für wenig Geld und extrem nahrhaft!: Hallo, für alle die Probleme haben auf Ihre Kalorien zu kommen und es schwer haben zu zunehmen. Mir half folgendes Rezept extrem. Haferflocken...
  5. Extrem schlechte Kraftwerte

    Extrem schlechte Kraftwerte: Hey Leute :-) Thema steht ja oben. Trainiere seit insgesamt ca. 3 Jahren, davon 2 leider ohne richtige Ernährung und richtiges Training. 1 Jahr...
  1. Diese Seite verwendet Cookies um Inhalte zu personalisieren. Außerdem werden auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Mit dem weiteren Aufenthalt akzeptierst du diesen Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden